Kajak-Safari in Burma (Part
2)
Neue Kronenzeitung (May 1999)
Text and Photos by: Milda Drüke
Fünf Frauen paddeln, wo die Natur
noch mit sich alleine ist.
Sechs Kajaks werden ins Wasser gelassen. Weiße Paddel
blitzen auf vor blauem Himmel, wir gleiten über das klare Wasser und sehen Fische
zwischen den Korallen flitzen. Seeadler schweifen durch die Luft. Zwei Elefanten stehen am
Strand und fressen Blätter von den Urwaldbäumen. Ein paar Stunden später kommt Chunk
mit dem Zodiak und bringt uns zurück zum Camp. Mittagessen. Mittagsschlaf am schattigen
Strand. Die Sonne war heiß.
Am Nachmittag halten wir die Gesichter in
den kühlenden Fahrtwind. Das Zodiak bringt uns in einen Mangrovenwald. Chunk wirft den
Anker. Er wird hier warten. Er
läßt die Kajaks ins Wasser. Ryan wirft jedem zwei Trinkwasserflaschen zu und paddelt mit
uns mit. Luftwurzeln ragen hoch aus dem Wasser, Vogelstimmen hallen aus dem
Dickicht, es
knackt und gluckst und ist doch ganz still. Über uns, um einen Ast
geschlungen, döst
einen Schlange. Als Lianen udn Wurzeln zu dicht werden, paddeln wir
zurück. Am Camp
brennen drei Feuer; sie sollen die Mücken abwehren.
Die Tage fließen dahin. Vom Kajak aus sehen wir Affen
über die Strände flitzen. Morgens sehen wir auf unserer Insel ihre Souren im feuchten
Sand; klare Abdrücke von kleinen, wohlgeformten Händen. Einmal paddeln wir drei Stunden
weit von einer Insel zurück zu unserem Camp. "Ein Hai! Ein Hai!", ruft Ryan,
aber es sind zwei Mantas, die spielen und mit den Flügeln klappen, so daß sie zuweilen
wie Finnen aus dem Wasser ragen. Wir paddeln in Grotten, in denen Hunderte von
Fledermäusen auffliegen, und machen ein Barbecue auf einer insel. Am letzten Tag treffen
wir zwei nebeneinander ankernde Fischerboote. Die Männer haben einen hellen Pflanzenbrei
auf dem gesicht. Weile es schön ist und weil es vor der Sonne schützt. Wir
fragen, ob
sie uns Fisch verkaufen möchten. Ja, aber sie wollen kein Geld. Sie sind interessiert an
einem Sandwich und an Cola aus der Dose. So bekommen wir 20 große Krabben für sechs
Sandwiches und braune Limonade. Nia, die Köchin, freut sich. Unsere letzte Mahlzeit ist
ein Fest. Der Mond ist voll und bescheint das Camp und den Strand. Der Urwald
summt. Die
Mückenfeuer flackern. Die Brandung rauscht. Obwohl wir uns alle schon mehrmals gute Nacht
gesagt haben, begegnen wir uns immer wieder bei einem allerletzten Spaziergang über den
nächtlichen Strand.
 
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